Lamettalieder

„Stehn im Herbst auf den Vitrinen Schalen voller Mandarinen,

bin ich voll Glückseligkeit: Weihnachten ist nicht mehr weit.“

Ein Reigen aus alten und neuen, aus oft gesungenen und in Vergessenheit geratenen, aus 1000 mal auf dem Weihnachtsmarkt gedudelten und ganz neu erdichteten, zuweilen frechen und frommen Weihnachtsliedern – dargeboten im Stil des Chanson. Ein entspannender Genuss! Mit Miriam Küllmer-Vogt (Gesang) und Peter Krausch (Piano)

Kontakt: Veronika Kaszycka: kaszycka.v@web.de; Miriam Küllmer-Vogt: miriamkuellmer@aol.com

 

Lamettalieder. Badische Neuste Nachrichten, Di 6.12.2011

„Kummer und Harm schweigen still“. Miriam Küllmer-Vogt erzählt mit ihren „Lamettaliedern“ von Glauben und Leben. Weihnachtslieder können sehr unterschiedlich klingen, traditionell feierlich, poppig oder gar verkitscht. Wie Miriam Küllmer-Vogt im „anderen Keller“ im evangelischen Gemeindehaus in Weingarten ihre „Lamettalieder“ stimmungsvoll vortrug, das aber besaß eine ganz spezielle Note. Althergebrachtes wie „Stille Nacht“, „Leise rieselt der Schnee“ oder „Macht hoch die Tür“ ging prickelnd arrangiert in einem facettenreichen Programm auf, in dem Wohlbekanntes und Neues auratisch zusammenfanden. Erinnerungen wurden wach und in die Gegenwart transferiert, als sie oft Gesungenes stilistisch frisch Variiertes und lange nicht Gehörtes oder Vergessenes auf stets individuelle Weise wiederbelebte. Doch die vielseitig begabte Künstlerin beschränkte sich keineswegs darauf, solches Repertoire ungewohnt „aufzumischen“, sondern zog das Publikum auch mit eigenen Liedern in ihren Bann. Mit ihrer wunderbar timbrierten und ausdrucksstarken Stimme bewies sie sich virtuos auch als wandlungsfähige Chansonniere und Liedermacherin. Damit einher gingen ihre originellen und aussagekräftigen Texte. Mit viel Charme kreierte Miriam Küllmer-Vogt eine besinnliche Atmosphäre, in der viel Humor mitschwang – mit schauspielerischem Talent durchaus auch mal etwas frech oder mit sanfter Ironie. Beeindruckend auch, wie sie mit ihrem Pianisten Peter Krausch harmonierte, der akzentuiert und musikalisch einfühlsam weit über reine Begleitung hinaus die treffenden Schattierungen fand. Ein Liederreigen, der ebenso mit inhaltlicher wie emotionaler Tiefe hoffnungsfreudig von Glauben und Leben erzählte. Ein besonderes Anliegen der evangelischen Pastorin, die sich mit ihrem Mann Fabian Vogt im hessischen Oberstedten eine Pfarrstelle teilt. Beide sind echte Profis auf der Bühne und treten häufig auch bundesweit gemeinsam auf. Vielfach und unlängst auch in Weingarten beigeisterte Miriam Küllmer-Vogt als Katharina von Bora in ihrem Musical „Wenn Engel lachen“.

Ihre Botschaften trägt sie auf der Bühne wie auf der Kanzel weiter – nur mit anderen Mitteln. Bei ihren Auftritten wolle sie die Menschen dort abholen, wo sie in ihrem normalen Alltag stehen und mitnehmen, erzählt sie. Das gelang der 38-jährigen Mutter zweier Kinder auch in Weingarten ganz zeitgemäß und lebensnah. So verband sie nicht nur gekonnt Alt und Neu, sondern ebenso die Generationen und die weihnachtliche Vorfreude mit dem Wunsch, dass „Kummer und Harm“ in dieser Zeit „stillschweigen“ mögen." Gefördert und beeinflusst hat sie die christliche Musikerin Hella Heizmann. Alexander Werner